Sicherlich war dieses Projekt sehr ambitioniert, zumal die angestrebten Instrumente vom Hersteller Hohner, die untertage zum Einsatz kommen sollten, seit 1985 gar nicht mehr hergestellt werden. Sollte aber daran eine Idee scheitern, die im Ansatz wie keine zweite den Bezug zwischen Stahl, Kohle und Kultur herstellt? Wir meinen nein – und stellen Ihnen mit der heutigen Ausgabe zumindest das famose Instrument vor: Das Hohner Clavinet D6!

 


With funky Regards:
Groovin' Kiddingo.de Redaktion

Das Hohner Clavinet D6

Wie klingt eigentlich ein Hohner Clavinet D6? Wer sich das Eingangs-Motiv von Stevie Wonders' „Superstition“ ins Gehör rufen kann, weiss sofort Bescheid: Knackig, percussiv, metallisch – absolut fonkadelic! Dabei hat Ernst Zacharis in den 1950er Jahren eher ein transportables, elektrisch verstärktes Spinett entwickelt, ein so genanntes „Cembalet“. Aus diesem Instrument entwickelt sich über verschiedene Baureihen (I, II, L, C, D, E) das Hohner Clavinet D6 - „one of the funkiest instruments ever made“! Seit den 1970er Jahren wurde in unzähligen Funk-, Fusion- aber auch in Rock- und Reggae Songs das Clavinet D6 eingesetzt, einige Klangbeispiele können hier angehört werden:

Das Hohner Clavinet D6 ist simpel aufgebaut: Die Saiten verlaufen diagonal unter der Tastatur und werden über einen Hammer unter der Taste angeschlagen, die entstehenden Schwingungen werden von einem Pick-Up, wie bei einer E-Gitarre abgenommen und über einem externen Verstärker wiedergegeben. Je fester man einen Ton anschlägt, desto lauter klingt er. Dabei gibt es Nebengeräusche, die allerdings als sogenannte „Release Sounds“ von vielen Musikern erwünscht sind und als Teil des Klangspektrums aufgefasst werden.
Mit seiner kompakten Größe griff der Hersteller Hohner, der das Clavinet D6 herstellte und vertrieb (1971-85), heutigen Keyboard-Formaten - die natürlich alle den typischen Clavinet-Sound im Programm haben - vor. Speziell das Clavinet D6 konnte relativ leicht im Auto transportiert werden, was bei zeitgenössischen Keyboard-Equipment eher die Ausnahme war. Probleme gab es eher bei der Stimmung, als Saiteninstrument war das D6 sehr temperaturempfindlich, hatte mit 60 Tasten für einen 5fachen Oktavumfang einen höheren Stimmaufwand als z. B. eine Gitarre, hinzu kommt die Oktavreinheit, die oftmals die größere Herausforderung darstellte.
(bs)

Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Clavinet#H.C3.B6rbeispiele
http://www.tunesdayrecords.de/Wissen/Instrumente/Keyboards/Hohner-Clavinet-D6.htm
http://www.vintageaudioberlin.de/vabframe2/tasteninstrumente.htm
http://www.melmusic.com.au/articles/clav.html

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