Fast wäre dieses Projekt genehmigt worden, aber aus - in diesem Falle - erstmalig nach zu vollziehenden Gründen kann diese Aktion für die "Local Heloes Wooocken" leider nicht stattfinden. Trotzdem wollen wir hier eine der wenigen, weltweit gültigen Integrationsfiguren ehren: Gaston!

 

Roaaaaar!!!!!!
Ihre Kiddingo.de Redaktion

Verkanntes Genie

Erstmalig tritt Gaston am 28.2.1957 in verschiedenen Spirou-Magazinen wie „Deus ex machina“ als Lückenfüller auf und wird kurzerhand zum Bürogehilfen des tatsächlich existierenden Dupuis-Verlages ernannt. Die Figur des unfähigen wie tollpatschigen Dussels erfreut sich von Anfang an großer Beliebtheit, so dass ab Dezember des gleichen Jahres ein sichtlich entnervter Fantasio (aus Spirou et Fanatasio) eine eigene Comicreihe für diesen Antihelden im grünen Pullover ankündigt. Gastons Abenteuer bestehen zunächst nur aus zwei Streifen, werden dann auf eine halbe Seite (1959) und später auf eine ganze Seite (1966) ausgedehnt.

Neben seinem über die Jahre entstandenen Privat-Zoo, bestehend aus einer Lachmöwe namens „Har-Har“, einer gefräßigen Katze, zeitweise einer Mäusefamilie im Aktenordner, einer Schildkröte und einer Kuh (für die er sein Büro grün anmalt) beschäftigt sich Gaston mit bahnbrechenden Experimenten wie dem Extrem-Kochen oder Schlafen. Seiner eigentliche Aufgabe, dem Beantworten von Leserbriefen an den Verlag, kommt er nicht nach.
Als Bastler und Tüftler entwickelt Gaston eine Art Harfe im Steinzeitlook: Brontosaurophon (frz.: Gaffophone) heißt das Instrument, mit dem er sich als begeisterter Hobbymusiker entpuppt und seine Umwelt zum Wahnsinn treibt.

Begleitet wird Gaston von einem Tableau an Charakteren wie Fantasio, seinem Chef, dem Zeichner Lebrac (dt.: Krause), der Gastons Lebenskunst und Genialität heimlich bewundert. Dann gibt es noch Mademoiselle Jeanne (dt.: Fräulein Trudel), Gastons große Liebe, die als Mauerblümchen über die Jahre einen eigenen Sex-Appeal entwickelt.
Außerhalb der Redaktionsräume schlägt sich Gaston mit dem Polizisten Longtarin (dt.: Knüsel) herum, meistens geht es um abgelaufene Parkuhren, vor denen er seinen stinkenden, schrottreifen Fiat 509 aus den zwanziger Jahren abstellt.

In Deutschland taucht Gaston erstmalig (1964) in Fix und Foxi-Alben auf, zunächst als Piefke und dann als stark stotternder Jo-Jo. Von 1981 bis 2001 wurde die Figur – jetzt stotterfrei – unter dem Namen Gaston im Carlsen-Verlag neu aufgelegt.

Hauptzeichner der Figur war Andrè Franquin (* 3.1.1924 in Brüssel; † 5.1.1997 in Nizza), der die Serie bis zu seinem Tode zeichnete. Andrè Franquin gilt neben Hergè als einer der wichtigsten, stilbildenden Comic-Zeichner Europas.

Wichtiges Hintergrundwissen: An Gastons 50. Geburtstag, am 28.02.2007, durften in Brüssel alle Autofahrer frei parken.
(bs)

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